Konzeptbeschreibung

Konzeptbeschreibung der Energie Wasenberg eG, Stand: 13. März 2015

Zusammenfassung:

Konzept Nahwärme
Konzept Nahwärme
grauer Kasten linke Seite: Eigentum Genossenschaft
roter Kasten: die Technik gehört der EAM, das Gebäude der Genossenschaft

Der Betrieb der Anlage erfolgt nach dem EEG 2014. Die Wärmeerzeugung wird von der EAM EnergiePlus GmbH übernommen und sichergestellt.
Die Blockheizkraftwerke (BHKW) erzeugen Strom. Die dabei anfallende Wärme wird über Zwischenspeicher in das Nahwärmenetz eingespeist.

Das Gas zum Betrieb kommt aus der Biogasanlage in Stausebach, zusätzlich wird die, bisher ungenutzte, Wärme der Schwälmer Biogasanlage verwertet.

 

Die Genossenschaft ist Eigentümer von:

  • dem Nahwärmenetz
  • der Heizzentrale
  • den Hausübergabestationen in den Häusern der Genossenschaftsmitglieder

Wichtige Punkte aus dem EEG 2014:

  • die Stromeinspeisung aus Biogas muss flexibel sein
  • mindestens 90 Prozent müssen Garten- und Parkabfälle sein oder aus der Biotonne kommen
  • für Energiepflanzen wurde die Vergütung gestrichen

Die flexible Stromeinspeisung wird angefordert, wenn Photovoltaik und Windkraft zu wenig Energie erzeugen. Bisher laufen dafür als Sicherheit zusätzliche konventionelle Kraftwerke.
Diese überschüssige Stromerzeugung kann mit den neuen flexiblen und schnell hochfahrenen Kraftwerken, wie sie die EAM EnergiePlus GmbH in unserer Heizzentrale betreibt, vermieden werden.
Das ist die Grundlage um Atom- und Kohlekraftwerke abschalten zu können!

Wärmeübernahme
Wir, die Genossenschaft, nehmen die dabei anfallende Wärme ab und versorgen damit die angeschlossenen Gebäude über ein Nahwärmenetz mit Wärme.
Zusätzlich führen wir die bisher nicht genutzte Wärme der Schwälmer Biogasanlage unserem Netz zu.

Kenndaten Energie Wasenberg eG, Stand 13. März 2015

  • 211 Genossenschaftsmitglieder haben
  • 231 Gebäude angemeldet. Das sind
  • 350 Haushalte mit ca.
  • 900 Einwohnern. Von ca. 1450 Einwohnern, die Wasenberg insgesamt hat, entspricht das ca. 62%.
  • 50 Gewerbebetriebe, incl. 6 Vermietungen = 34 Mietwohnungen
  • unsere Nahwärme ersetzt jedes Jahr den Import von ca. 1.000.000 Liter Heizöl
  • Kassenstand am 09.03.2015: 1.400.000,- €
  • Wasenbergs Netz wird 12 km lang

Wir versuchten alle geteerten Straßen, die sich in einem gutem Zustand befinden, auszusparen. Nach Aussage unseres Planers vom 12.3.2015 hätte das Netz 2 km kürzer sein können, wenn wir die optimalen Wege über die Straßen nutzen würden. Dadurch entstehen Mehrkosten von ca. 600.000,- €. Die Kalkulation der Machbarkeitsstudie vom Juli 2014 betrug 300.000,- € pro Km.

    • insgesamt haben alle Anschlüsse zusammen einen Wärmebedarf von 7,8 Mio KWh
    • 6 leer stehende Gebäude wurden wegen der Möglichkeit des Nahwärmeanschlusses gekauft
    • 4 geplante Neubauten sind schon bei der Nahwärme angemeldet. Bei 2 weiteren läuft die Planung
    • zusätzliche Trasse für das Neubaugebiet, damit später noch die Möglichkeit besteht sich dort an das Nahwärmenetz anzuschließen
    • Privathäuser, Mietshäuser, Gewerbebetriebe – alle schließen sich an
    • Einsatz modernster Technik von den BHKW´s bis zu den Hausübergabestationen
    • Gebäudeberatung bei allen Teilnehmern

Einregulierung des Heizungssystems, Optimierung der Warmwasserbereitung, Einbau von voreinstellbaren Ventilen und Thermostatköpfen. Vorbereitung zum hydraulischen Abgleich und der damit verbundenen Energieeffizienz.

 

Auswirkungen auf unseren Wohnort
Innerhalb von einem Jahr haben wir 6 Informationsveranstaltungen durchgeführt. Zu jeder Veranstaltung steigerte sich die Zahl der Zuhörer. Bei der letzten am 21. Nov. 2014 war, nachdem sich schon 250 Zuhörer im Saal befanden, kein Platz mehr vorhanden.
Vorher sagte man, wie macht ihr das oder macht das doch so. Ab diesem Tag sagten die Leute: Unsere Nahwärme, so machen wir das. Die Identifikation der Bürger mir der Energiegenossenschaft hatte stattgefunden.
Die Bevölkerung spricht untereinander. Man freut sich auf die Nahwärme. Es gibt keine Schranken zwischen denen die teilnehmen und den anderen, die nicht an der Nahwärme teilnehmen.
In einem Punkt sind sich alle einig: Wir tun es für unsere Kinder und Enkelkinder.
Schon nach einem Jahr sind positive Anzeichen eines Gegentrends zum typischen Schrumpfen aufgrund des Demografischen Wandels erkennbar.

Auswirkungen auf unsere Region
Die Bekanntheit unseres Ortes ist größer geworden. Viele Einwohner aus anderen Orten haben uns schon auf die Nahwärme angesprochen und nach unseren Erfahrungen gefragt.
Bei den Vorbehalten gegen die Trassen von Südlink spricht man immer von dezentraler Energieerzeugung, welche Südlink überflüssig machen würde. Das ist genau das was in Wasenberg von unserer Genossenschaft und dem Energieversorger in öffentlicher Hand, der EAM EnergiePlus GmbH, praktiziert wird.

Auswirkungen auf Deutschland
Deutschland importiert jährlich Energie in Form von Uran, Kohle, Gas, Holz und Erdöl im Wert von 100 Mrd. €.
Die Erzeugung von Strom und Wärme wie sie bei uns, zusammen mit der EAM EnergiePlus, stattfinden soll, ersetzt die bisher dafür importierte Energiemenge.
Je besser wir unser Projekt umsetzen können, desto mehr Orte werden sich damit auseinandersetzen.